Kneipp Verein Erfurt e.V.

Ehrenamtsfahrt nach Berlin

Ehrenamtsfahrt Berlin

Eine Busladung geballtes Ehrenamt auf dem Weg nach Berlin

Mitglieder Erfurter Vereine waren von der Thüringer Landesvertretung zu zwei erlebnisreichen Hauptstadt-Tagen eingeladen

Von Iris Pelny

Erfurt/Berlin. In ungewohnter, aber schöner Mission erschien Erfurts Ehrenamtsbeauftragter  Bereits kurz nach 6 Uhr morgens am Erfurter Busbahnhof und schwenkte eine Liste. Darauf waren die Erfurter Teilnehmer der zweitägigen Ehrenamtsfahrt nach Berlin aufgeführt.  „Es finden alle zwei Jahre Fahrten zur Thüringer Landesvertretung statt“, konnte Frank Schalles zusammen mit Vereinen dafür Vorschläge machen. Auf ursprünglich 12 Plätzen saßen im Bus dann letztlich 21 Erfurter Teilnehmer. Nachdem andere Kreise und Städte weniger Mitfahrer meldeten, konnte Erfurt noch aufstocken.

Die Delegation der Erfurt Ehrenamtler im Bundestag. Foto: Bundestagsverwaltung

„Es ist eine Anerkennung, nach Berlin eingeladen zu werden“, hieß es von den sechs Mitgliedern einer Arbeitsgruppe beim Seniorenschutzbund. Vom Kneipp-Verein war der halbe Vorstand präsent, teils mit Partnern. Vereinsvorsitzender Peter Weber übernahm gleich mal den Fotografen-Part für die Aktualisierung der Internetseite der Kneippianer. Der Dorfclub Windischholzhausen war ebenso vertreten wie der SV Blau-Weiß Hochstedt sowie ein Trio vom Männerturn-Verein 1860 Erfurt e.V. (MTV).

 Verbunden durch die Leidenschaft für ein Ehrenamt gab es auch zu den anderen Mitreisenden keine Berührungsängste: da waren Schöffen und ehrenamtliche Betreuer aus Meiningen, der Schützenverein aus Sömmerda, Dorf-Engagierte aus dem Suhler Raum. . . An Gesprächsthemen mangelte es also nicht.

Das Bundestagsgebäude. Foto Uwe Fenner

Zum Besuchsauftakt in Berlin gehörte eine „Stadtführung aus der Vogelperspektive“ vom Berliner Fernsehturm. Per Bus ging es zu den politischen Adressen wie Bundesrat, Bundestag, Reichstagsgebäude, „Tränenpalast“ — und zur Thüringer Landesvertretung. Letztere war selbst den Berlin-Kundigen weitestgehend unbekannt. So gab es viele Fragen, die der Behördenleiter der Außen-Abteilung der Staatskanzlei und „kleinen Botschaft“ des Freistaates, Raimund Grafe, kundig und locker beantwortete. Warum braucht Thüringen eine Vertretung in Berlin? Der studierte Historiker weiß um die lange Geschichte einer Thüringenvertretung im einst fernen Berlin. Inzwischen gibt es schnelle Bahnverbindungen, die er selbst sowie seine Referats-Mitarbeiter nutzen, um wöchentlich in Erfurt die Sacharbeit zu leisten. Mit 25 Mitarbeitern bereiten sie fachlich und organisatorisch unter anderem die Sitzungen im Bundesrat vor, sind die personelle Brücke zu Bundestag, Bundesregierung, Verbänden, Wirtschaft, gesellschaftlichen Gruppen, anderen Botschaften. Als Säule sei man „das Schaufenster Thüringens“ in Berlin: mit Veranstaltungen und Ausstellungen, einem Kongressraum sowie der Besucherbetreuung, oftmals gemeinsam mit dem Besucherdienst des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.

Und während Peter Weber auf der Rückfahrt schon mal seine Fotos sichtete, hatte er gleich eine neue Idee für das Kneipp-Vereinsleben: einen Berlin-Nachmittag, um alle an dem Erlebten teilhaben zu lassen. . .